Mai 22

1949

Aus Die Magie der Triode oder Der Lebensweg des HW

Ob er ein hübscher Bube sei, erkundigte sich der Alte und ließ sich die Antwort immer und immer wieder geben. Schönes blondes Haar habe er, beschreibt die Großmutter das Kind, und die Augen seien die des Vaters und der trotzige Mund sei ihm von der mütterlichen Seite anvererbt, genau wie die dünnen Beinchen. Das Wörtchen »schön« zog sie dabei so in die Länge, als sei es mit mehr als einem ö versehen. Bisher war es für den 5-Jährigen unwichtig und bedeutungslos, dass er die Beine seiner Mutter haben sollte, da er sie sein Leben lang für die eigenen gehalten hatte. Zudem ließ es sich auf diesen ganz gut durch den Alltag steigen. Egal ob dünn oder dicker, sie waren gerade ausreichend genug, um ihn zu tragen, ihm einen aufrechten Gang zu verleihen und bei bietenden Gelegenheiten auf und mit ihnen davonzurennen.

Gerne ließ sich Großvater Louis, der genau genommen der Urgroßvater war und den Rang des Familienoberhauptes inne hatte, die Beschreibungen wiederholen, denn ob seiner Blindheit war er der Wahrnehmung solcher Äußerlichkeiten nicht in der Lage. Ja, blond war das Kind, war HW, vielleicht aber auch schön blond. Die kleinen Füße waren sommers blank gezogen, er bediente sich ihrer bar. Schuhe mussten – soweit vorhanden – geschont werden. Die Beine nackt und über dem Leib ein Hemdchen geknotet, rannte er die Mühlenstraße entlang der Weberhäuser. Dort, wo früher die Weber wohnten und arbeiteten, nannte man deren Häuser so. Es war eine ungemütliche Gegend, die schlechthin durch den nicht kanalisierten Gablenzbach alle Tage feucht war. Als Kind war man oft erkältet und die Erkrankten gesundeten leidlich. Es handelte sich dabei um die Region, in der der aus Gablenz kommende, gleichnamige Bach die letzten Meter bis zum Chemnitz-Fluss überwinden musste, um von diesem ganz und gar aufgenommen zu werden. Unweit der Bleichwiesen, auf deren Areal später das Stadtbad entstand, bezog der Altvater HWs jenes dreistöckige Gebäude, kellerlos und mit einem Kolonialwarenladen im Parterre, das voller Stolz mit der Hausnummer 24 versehen wurde. Zwei Ziffern, die 2 und die 4, deren begrifflichen Inhalt HW nicht kannte, von denen er nicht wusste, dass sie im Zusammenhang erst zu ihrer eigentlichen Bedeutung kommen, deren ureigenster Sinn ihm völlig klar war, nämlich, einem Ort oder einem Haus einen Namen zu geben. Und sein Haus hieß 24.

April 27

Die Höhepunkte in wenigen Bildern zusammengefasst

Nach diesen vielen Erlebnissen rund um die Lesungen und Autogrammstunden herum, macht es sich wohl anschaulicher, wenn ich im Stile eines Telegramms berichte. Aber jetzt schon kann ich sagen, dass es für meine beiden Mitstreiterinnen und mich, genau wie für Lutz Jahoda wunderschöne, erfüllende, schlafreduzierte, aufregende und freudige Tage waren. Eine Wiederholung schließen wir nicht aus!

Tag 1; Treff im Restaurant Farah auf dem Chemnitzer Kassberg. Aber wer ist hier das Sandwich?

Cover Front                        20150423_200328

Tag 2; Wir fahren nach Lugau. Im Kräutergarten Hagazussa empfängt uns ein heiteres Publikum zur Autogrammstunde.

FB_IMG_1429883158450

Der Zugang zum Kräutergarten

20150424_161233

Mit Lutz & Liebe

 

 

 

 

 

Nach dem Aufenthalt von 1 1/2 Stunden ging es schnurstracks zur Villa Facius, in der sich die Stadtbibliothek befindet.

20150424_214349

Und wieder singt er

20150424_201825

Autogramme über Autogramme

 

 

 

 

 

Tag 3; Den Nachmittag verbringen wir bei einer Benefiz-Veranstaltung in einem Betreuten Wohnen in Chemnitz. Lutz Jahoda entertaint vor einem Publikum, das nicht mehr so richtig in der Lage ist, einer Veranstaltung beizuwohnen.

IMG_7574

Einmal Fan von Lutz, immer Fan

Ab 18 Uhr hieß es dann Bühne frei im Kulturhaus Arthur.

IMG_7603    IMG_7610

Februar 25

Eine Lesung? Nein, drei!

Die können wohl nicht genug bekommen? Ja, ganz genauso wollen wir es auch verstanden haben.

Das Literarische Kleeblatt veranstaltet Ende April 20145 eine Lesetour, gemeinsam mit Lutz Jahoda. Und es ist wirklich nicht zu viel verraten, wenn man darauf verweist, dass wir vier schon ein wenig aufgeregt sind.

Unser Weg wird uns nach Lugau, Chemnitz und ins thüringische Gößnitz führen. Neben Texten aus seinem Buch “Up & Down - Nervenstark durch ein verhunztes Jahrhundert” wird der beliebte Entertainer sicherlich auch einpaar Takte singen. Wir wiederum lesen aus unserem ersten gemeinsamen Buch. Sein Titel? Ok. Dies sei noch verraten … “Ein Sandwich im Blutrausch oder Die Frage nach dem Sinn des Sinns”.

2. Werbung x3

Den Besuchern der Lesung/en wünschen wir jetzt schon viel Spaß!

Dezember 19

Zerbster Heimatkalender 2015

Volksstimme.de:

Am Freitag, den 12. Dezember wurde die neue Ausgabe des Zerbster Heimatkalenders für 2015 vorgestellt. Auf über 230 Seiten finden die Leser Episoden, Geschichtliches, Gedichte, Fotos und mehr zu Zerbst und zur Region Anhalt.Heimatkalender 2015

Zerbst l “Es ist ein wahres Lesevergnügen”, schwärmt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) während der Vorstellung des neuen Heimatkalenders am Freitag auf dem Weihnachtsmarkt. Der Stolz ist ihm anzusehen. Später verrät er, er sei vor allem stolz auf die Leistung derer, die am Kalender mitgewirkt haben und natürlich auf die Stadt und die Region, die auch nach über 50 Ausgaben Zerbster Heimatkalender noch reichlich Stoff für weitere Geschichten liefere.

Doch von vorn: Es ist schon Tradition, dass jährlich kurz vor Weihnachten die neue Ausgabe des Heimatkalenders erscheint. Das aktuellste Exemplar, herausgegeben vom Verein Regionalgeschichte Anhalt-Zerbst e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst, wurde feierlich auf dem Zerbster Weihnachtsmarkt, in der Kirche St. Bartholomäi, vorgestellt. Viele Zerbster und Lokalpatrioten waren zur Vorstellung gekommen. Und von fast allen war zu hören: “Endlich! Den nehme ich mir heute mit.”

Die große Resonanz auf das kleine Büchlein, das mit seinen 232 Seiten schon fast als Schmöker zu bezeichnen ist, ist groß. Das freut auch Agnes-Almuth Griesbach, in erster Funktion Leiterin des Museums Zerbst, aber eben auch das Herz und die Seele des Heimatkalenders. Sie ist Teil der ehrenamtlichen Redaktion, genau wie Wolfgang Berkling, Frank Besener, Heinz-Jürgen Friedrich, Helmut Hehne, Dr. Jörg Lobedank, Annegret Mainzer und Dr. Inge Werner. “Durch die Zerstörung von Zerbst im Krieg ist viel sichtbares Kulturgut verloren gegangen. Mit dem Kalender wollen wir ein Stück Geschichte und Kultur wiederbeleben”, erklärte Agnes-Almuth Griesbach.

In seiner aktuellsten Ausgabe widmet sich der Kalender in großen Teilen der Zerstörung Zerbsts vor 70 Jahren. “Das ist kein schönes Thema, aber es ist wichtig und hat das Leben in unserer Stadt sowie das Stadtbild nachhaltig verändert”, sagt Bürgermeister Dittmann.

Traurige Kapitel, die aber zur Geschichte der Stadt gehören, wie “Nach Kriegsende: Das Sterben der Kinder” oder “Soldatengrab Hohenlepte” werden sicher vielen Lesern sehr nahe gehen.

Ebenfalls finden sich viele Biografien von Wissenschaftlern oder Künstlern wieder, die in ihrem Schaffen einen Bezug zur Stadt hatten. So beschäftigt sich ein Kapitel mit Jules Vernes, dem französischem Schriftsteller, und Zerbst. In seinem Werk “Der Weg nach Frankreich” kreuzen die Protagonisten nämlich die Stadt. Außerdem wird ein Kapitel dem Baumeister, Bildhauer, Stuckateur und Maler Johann Christoph Schütze gewidmet. Er war an vielen Bauwerken der Stadt planerisch oder ausführend beteiligt. Auch die Dörfer rund um Zerbst finden im neuen Heimatkalender ihren Platz. Unter anderem wird auf Kleinleitzkau und Wertlau geblickt, die vor 800 Jahren ihre erste Erwähnung fanden.

Nicht fehlen darf natürlich die Ankündigung der 13. Internationalen Fasch-Festtage. Auch das 25-jährige Jubiläum der Jägerschaft Zerbst findet im Kalender seinen Platz.

Die genannten Themen zeigen nur einen Teil des breiten Themenspektrums. Und Agnes-Almuth Griesbach verrät schmunzelnd: “Kaum ist das aktuelle Buch raus, denke ich schon wieder an das nächste.” Eine allzu lange Pause wollen sich die Ehrenamtlichen rund um den Heimatkalender also nicht gönnen. Für den Moment bleibt allen Interessenten aber erst einmal der Heimatkalender 2015.