Dezember 19

Zerbster Heimatkalender 2015

Volksstimme.de:

Am Freitag, den 12. Dezember wurde die neue Ausgabe des Zerbster Heimatkalenders für 2015 vorgestellt. Auf über 230 Seiten finden die Leser Episoden, Geschichtliches, Gedichte, Fotos und mehr zu Zerbst und zur Region Anhalt.Heimatkalender 2015

Zerbst l “Es ist ein wahres Lesevergnügen”, schwärmt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) während der Vorstellung des neuen Heimatkalenders am Freitag auf dem Weihnachtsmarkt. Der Stolz ist ihm anzusehen. Später verrät er, er sei vor allem stolz auf die Leistung derer, die am Kalender mitgewirkt haben und natürlich auf die Stadt und die Region, die auch nach über 50 Ausgaben Zerbster Heimatkalender noch reichlich Stoff für weitere Geschichten liefere.

Doch von vorn: Es ist schon Tradition, dass jährlich kurz vor Weihnachten die neue Ausgabe des Heimatkalenders erscheint. Das aktuellste Exemplar, herausgegeben vom Verein Regionalgeschichte Anhalt-Zerbst e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst, wurde feierlich auf dem Zerbster Weihnachtsmarkt, in der Kirche St. Bartholomäi, vorgestellt. Viele Zerbster und Lokalpatrioten waren zur Vorstellung gekommen. Und von fast allen war zu hören: “Endlich! Den nehme ich mir heute mit.”

Die große Resonanz auf das kleine Büchlein, das mit seinen 232 Seiten schon fast als Schmöker zu bezeichnen ist, ist groß. Das freut auch Agnes-Almuth Griesbach, in erster Funktion Leiterin des Museums Zerbst, aber eben auch das Herz und die Seele des Heimatkalenders. Sie ist Teil der ehrenamtlichen Redaktion, genau wie Wolfgang Berkling, Frank Besener, Heinz-Jürgen Friedrich, Helmut Hehne, Dr. Jörg Lobedank, Annegret Mainzer und Dr. Inge Werner. “Durch die Zerstörung von Zerbst im Krieg ist viel sichtbares Kulturgut verloren gegangen. Mit dem Kalender wollen wir ein Stück Geschichte und Kultur wiederbeleben”, erklärte Agnes-Almuth Griesbach.

In seiner aktuellsten Ausgabe widmet sich der Kalender in großen Teilen der Zerstörung Zerbsts vor 70 Jahren. “Das ist kein schönes Thema, aber es ist wichtig und hat das Leben in unserer Stadt sowie das Stadtbild nachhaltig verändert”, sagt Bürgermeister Dittmann.

Traurige Kapitel, die aber zur Geschichte der Stadt gehören, wie “Nach Kriegsende: Das Sterben der Kinder” oder “Soldatengrab Hohenlepte” werden sicher vielen Lesern sehr nahe gehen.

Ebenfalls finden sich viele Biografien von Wissenschaftlern oder Künstlern wieder, die in ihrem Schaffen einen Bezug zur Stadt hatten. So beschäftigt sich ein Kapitel mit Jules Vernes, dem französischem Schriftsteller, und Zerbst. In seinem Werk “Der Weg nach Frankreich” kreuzen die Protagonisten nämlich die Stadt. Außerdem wird ein Kapitel dem Baumeister, Bildhauer, Stuckateur und Maler Johann Christoph Schütze gewidmet. Er war an vielen Bauwerken der Stadt planerisch oder ausführend beteiligt. Auch die Dörfer rund um Zerbst finden im neuen Heimatkalender ihren Platz. Unter anderem wird auf Kleinleitzkau und Wertlau geblickt, die vor 800 Jahren ihre erste Erwähnung fanden.

Nicht fehlen darf natürlich die Ankündigung der 13. Internationalen Fasch-Festtage. Auch das 25-jährige Jubiläum der Jägerschaft Zerbst findet im Kalender seinen Platz.

Die genannten Themen zeigen nur einen Teil des breiten Themenspektrums. Und Agnes-Almuth Griesbach verrät schmunzelnd: “Kaum ist das aktuelle Buch raus, denke ich schon wieder an das nächste.” Eine allzu lange Pause wollen sich die Ehrenamtlichen rund um den Heimatkalender also nicht gönnen. Für den Moment bleibt allen Interessenten aber erst einmal der Heimatkalender 2015.

August 27

Die Magie der Triode oder Der Lebensweg des HW

Ein Jahr der intensiven Arbeit geht zu Ende. Berichte und Interviews habe ich ausgewertet, kategorisiert. In dieser Zeit formten sich Personen, bekamen Verstorbene ein Gesicht, bildeten sich Charaktere. Heute heißt es 271 Seiten, 70.451 Wörter, 459.454 Zeichen (mit Leerzeichen) verteilt auf 8.065 Zeilen.

HW begleiten in seiner Kindheit und Jugend drei Generationen Familie. Da ist zuvorderst der blinde Urgroßvater Louis, der in der Erziehung des Jungen den im Krieg gefallenen Vater ersetzen muss. Von Louis lernt HW u.a. das Pinkeln im Stehen und einige andere Lebensweisheiten und -fähigkeiten. Er wird ihn bis zu dessem Lebensende Großvater nennen.

Diesem folgt Louis’ Tochter, Großmutter Louise, ein liebenswertes Geschöpf, jedoch von vielfältigen Krankheiten und Einschränkungen geplagt. HW wird schon als Kindergartenkind ihre Rente von der Bank holen, da sie nicht mehr in der Lage war, das Haus zu verlassen. Unmöglich? Nein, es war so! Schließlich war man im Viertel der Mühlenstraße bekannt.

Und last, but not least … Mama Marga. Wer könnte die hübsche, junge Witwe je übersehen, jenes zarte Wesen, das im Nachkriegs-Chemnitz an allen Orten gern gesehen war?

Zu viert wohnten sie in einem der dem Stadtbad gegenüberliegenden Weberhäuser, die vom Krieg weitestgehend verschont blieben. In die Mühlenstraße 24 wird HW hinein-geboren und diese Anschrift bleibt sein Heim für die gesamte Jugendzeit. Er wird den Grafiker Carl Amann kennenlernen, der ihn mit seiner ganzen Schrulligkeit für die Kunst begeistern wird. Nach Louis’ Tod wird HW der Bediener des hauseigenen Radios, einem Magischen Auge. Mama Margas Kumpanei und Louises Damen vom Kaffeekränzchen werden ihn für seine Begabung, Rundfunksender störfrei einzustellen ewig bewundern.

Dies soll nun die Chronik von HWs Leben sein, seine Annalen, die Geschichte eines Menschen, der selbst niemals Geschichte geschrieben, aber umso mehr erlebt hat. Ein Menschenschicksal soll es also sein, das zu einer Zeit beginnt, von der lediglich nur noch eine Minderheit unserer Zeitgenossen tatsächlich berichten kann und die Mehrheit vor den Regalen der Bibliotheken steht und um Hilfe ersucht, wenn denn auch ein ehrliches und aufrichtiges Interesse daran besteht.

Es scheint, dass hier allerlei zusammengekommen ist. Weit gefehlt, denn es wird (zunächst) aus dem Leben des HW lediglich der erste Lebensabschnitt erzählt, beim Kennenlernen der Eltern beginnend, über die Zeugung des Protagonisten und dessen Geburt 1944 in Chemnitz bis unmittelbar vor seine Volljährigkeit. Aber was soll das?

Immer mit der Ruhe! Das nächste Buch ist schon in Planung. Hier erleben wir dann, wie es dem Chemnitzer Jungen gelingt, seine Interessen für Kunst und Technik zu vereinen. Er wird studieren, Bühnenarbeiter am Opernhaus und Puppenspieler im Puppentheater. Nach der Armeezeit wird er an der Leipziger Pfeffermühle als Requisiteur und Designer tätig sein und sehr bald Kamera-Assistent beim Fernsehen. Als diplomierter Bühnenbildner arbeitet er in den 70ern im Studio Karl-Marx-Stadt und wechselt in den 80ern als Regisseur zur Sandmann-Produktion. In den 90er Jahren begleiten HW alle Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit – dies aber wird noch alles erzählt werden.

Juli 21

Tandemlesung mit Lutz Jahoda in der Galerie ART IN in Meerane, Samstag, 19. Juli 2014

Die Frage war nicht, was zwei Männer unterscheidet, zwischen denen 40 Lebensjahre Differenz liegen. Die Frage war vielmehr … Was eint sie? Und dies war schnell beantwortet: Die Literatur, das Schreiben und – heute – das Lesen.

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Der Eine, der mir vorangehenden Generation bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen, Fernsehliebling, Charmeur und Vollblut-Entertainer, seit 87 Jahren Lutz Jahoda gerufen, zeigte das, wofür ihn sein Publikum seit Jahrzehnten schätzt. Er las aus seinem schier unerschöpflichen Repertoire, das sein Leben und seine Leidenschaft, nämlich die zur Kunst und Kultur ausführlich und voller Humor widerspiegelte. Dabei kamen Themen wie Politik, europäische und die der Welt, sowie persönliche und gesellschaftliche Aspekte nicht zu kurz. Dabei war er sich nicht zu schade, sich auch selbst einmal auf den Arm zu nehmen. Dies scheint, so habe ich in den vielen Gesprächen daheim an diesem Wochenende gelernt, ein wichtiger Punkt in seinem Leben zu sein. Man darf sich selbst nie zu ernst und zu wichtig nehmen!

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Die Bilder zeigen Lutz Jahoda beim a capella – da der DVD-Player nicht so wollte. Man glaubt es angesichts seiner Alters kaum – ich kann es jedoch bestätigen – er kann singen.

Mit viel Spaß und unter den Beifallsbekundungen der Anwesenden lasen wir abwechselnd Texte, die mal mehr und auch mal weniger biografisch angehaucht waren. Dabei schauten wir uns gegenseitig immer wieder über die Schulter.

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Was für ein tolles Wochenende! Und wie man uns immer wieder tuscheln hörte: Eine Wiederholung ist nicht auszuschließen.

Mein ganz besonderer Dank gilt selbstverständlich Birgit Krankemann für die gefertigten Bilder!

Juli 9

Literarisches Kleeblatt feat. Chrissie Wilholm, 06. Juli 2014

Sche woars, würden unsere fränkischen Gastgeber und deren Gäste sicherlich sagen, wenn man sie danach gefragt hätte, wie es ihnen gefallen hat. Aber immer der Reihenfolge nach.

+++ Ankunft in Helmbrechts Samstag, 13:20 Uhr +++ Zimmer bezogen +++ Fahrt nach Hof; Kaffee und Leute beobachten +++ 17:05 Uhr zum Bücherhof +++ Freude über alte Bekannte/Freunde +++ angeregter Gedankenaustausch +++ 21:30 Uhr Start elektrojudas feat. Emerge attenuation circuit +++ Sphärenklänge ertönen, ähnlich der Space Night beim BR

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+++ Stimmung steigt +++ Bierverbrauch auch +++  frische, eigenhändig zusammen-gestellte und im Ofen bereitete Pizza, Salate, veganes Chilli, Salate und Wurst- und Käseplatten “versüßen” den Abend +++ Rollmops soll vorsorgen +++ Wolfgang und Sascha lassen uns an ihrer Arbeit teilhaben +++ 22:11 Uhr Soundcheck IRXN

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Dass  die Jungs nicht nur selbst viel Spaß verstehen, sondern vielmehr ebenso gute Stimmung transportieren, kann man angesichts dieses Bildes vielleicht erahnen.

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+++ 00:05 Uhr beendet IRXN den Auftritt und stand nur noch privat zur Verfügung +++ wir haben uns zurückgezogen, Gute Nacht +++

+++ Sonntag, 06. Juli 2014 +++ frisch gestärkt zum Bücherhof +++ nach nur wenigen Stunden Schlaf treffen Gäste und Teilnehmer ein +++ Frühstück +++

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Auch wenn Reinhold hier versucht, eine Weißwurst zu rauchen, soll dies nicht heißen, dass ihm alles Wurscht war! Die kurze Nacht (für alle Beteiligte), war kein Abbruch der guten Stimmung. Noch bevor sich die Jungs von IRXN auf den Weg zur nächsten Veranstaltung machten, gab es eine herzliche Verabschiedung und das Versprechen, sich beim nächsten Hoffest hier wieder zu sehen.

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Im Anschluss und abschließend war das Literarische Kleeblatt dran. Wir gaben unser Bestes, wobei wir von Chrissie und ihren Texten eine ordentliche Unterstützung erfuhren. Wir danken dir!

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Ein ganz besonderer Dank gilt den Gastgebern, dem Antiquariat Weinbrenner, genau wie den vielen, beinahe unbemerkten, kleinen Helfern, die es uns allen an nichts fehlen ließen. Danke Kerstin & Philipp, danke Stefanie & Anke und den Mitwirkenden im Hintergrund. Uns hat es Spaß gemacht, und … dies soll keine Drohung sein … wir kommen wieder!

Juni 11

KUNSToffen in Sachsen, Atelierhaus Kühnhaide, 8. Juni 2014

Das ist schon eine wirklich reife Leistung, was Jiri Tomkovic hier auf die Beine gestellt hat. KUNSToffen in Sachsen – allein der Titel sagt noch gar nichts über die Gedichte von Anke Grundeis und den Obertongesang von Jan Heinke. Wie sieht eigentlich ein Stahlcello aus? Neben diesen “Geheimtipps” waren ebenso der Multiinstrumentalist Mathis Stendike und meine Wenigkeit mit von der Partie. Alles zusammen war es eine ausgewogene Mischung aus Musik und Text, aus Klang und 20140608_182435Worten. Mir scheint, den Gästen hatte es gefallen. Eine Wiederholung scheint nicht ausgeschlossen, wie der Veranstalter durchblicken lies.

Neben den vielen aus Eigenproduktion stammenden Kuchen, gab es böhmische Speisen und mährische Weine. Es war auf eine ganz eigene Art eine grenzüberschreitende Erfahrung, nicht nur wegen der Speisen und Getränke, vielmehr war die Schwarze Pockau/die Cerna nicht weit. Ich schätze, dass es gerade einmal 30m waren, so dass alles Gesungene, Gesprochene und Musizierte über die (ehemaligen) Grenzen hinweg zu hören war.