Juni 11

Hoffest in Bohsdorf, 4. Juni 2016 – 20 Jahre Strittmatter-Verein

In Grausteen, von wo wir herkumm war alles anders … [Der Laden I.]

Ganz ohne Zweifel – er war eine streitbare Person, Erwin Strittmatter. Wenn man seinen Namen in der Öffentlichkeit nennt, dann darf man auf keinen Fall den seiner Frau Eva vergessen, Eva Strittmatter, die meistgelesene Lyrikerin in der DDR. Vielleicht ist es gerade auch das Streitbare, was die Mitglieder des Vereins und die Strittmatter-Jünger fasziniert. Mich jedenfalls begeistern seine Romane, die Erzählungen und vor allem die vielen Kurzgeschichten, die sich immer wieder mit den Eigenarten der Mitmenschen auseinandersetzen und sich allzu oft in detailverliebten Banalitäten widerspiegeln [Die alte Hofpumpe, 1979].

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Am Samstag, den 4. Juni fuhren wir also ins brandenburgische Bohsdorf, dem Bossdom in den Laden-Romanen. 12 Uhr war Treff im Gemeindehaus “Unter Eechen”, denn die Autoren des Buchs Von Bohsdorf nach Schulzenhof sollten vor dem offiziellen Beginn des Festes ihre Freiexemplare bekommen.

Strittmatter-Buch

Die Mitarbeiter des Verlages, die Herausgeber und die anwesenden Textierer stellten sich einander vor.

Mit Schlag 13 Uhr begannen die Eröffnungsreden der ehemaligen und der wieder gewählten Vereinsvorsitzenden. Man begrüßte einander, beglückwünschte und beschenkte sich, erinnerte an alte Zeiten, an die Schwierigkeiten der Gründung, verwies auf Geschafftes und Unerfülltes und appellierte an potenzielle Mitglieder.

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Zu diesem Zeitpunkt war der Zustand unserer Atmosphäre, den man im allgemeinen Sprachgebrauch als Wetter bezeichnet, ganz auf unserer Seite. Es war nicht nur an allen Orten sonnig und warm, es war heiß. Und so unterstützten die Anwesenden den Umsatz und dankten dabei den Verkäufern am Ausschank durch reichliche, jedoch nicht gleichzeitige Inanspruchnahme aller Zapfhähne.

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Der Untertitel des Buches Auf den Spuren von Eva und Erwin Strittmatter verrät im Wesentlichen den Inhalt. Wie kamst du zu den Strittmatters? Diese Frage kann man durchaus auf zweierlei Wegen beantworten, nämlich durch die Schilderung des physischen Weges, wie auch des geistigen. Wann und wo habe ich die beiden getroffen, gesehen, gehört? Oder wie fand ich Zugang zum Literarischen, zu ihren Texten?

Gegen halb drei wurden dann ausgesuchte Beiträge vorgetragen. Das war für mich eine große Ehre, denn meiner Rezitation folgte das Interview mit Dr. Knut Strittmatter, zweiter Sohn aus erster Ehe,

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der neben der Schilderung seiner Kindheitserlebnisse einige Worte zu lebenden Verwandten verlor.

Was war für mich an diesem Tag eine besondere Überraschung? Ganz klar! Es gibt in Chemnitz noch eine Mitstreiterin, großer Fan und Mitglied des Vereins seit Frühjahr 2016 und nicht einmal im Osten sozialisiert. Und? Noch einmal ganz klar! Da müssen wir was machen. Gemeinsam. Für alle Interessierten. Wer macht mit? Von Knut haben wir eine Zusage Ick untastüze euch, wie auch vom Schauspieler Michael Becker Machen wir, kein Problem, Staatstheater Cottbus. Nun liegt es also an uns …

© Birgit & Carsten Krankemann