September 27

Lesung im Mehrgenerationenhaus, 26. September 2013

Im ganz kleinen Rahmen haben wir, Anne und ich dieses Mal im Veranstaltungsraum des Stadtteiltreff Kappel aus unserem gemeinsamen Buch gelesen. Fast konnte man die Reaktionen unserer ZuhörerInnen vorausahnen, denn bei nicht wenigen Zeugen der von uns beschriebenen Zeit haben wir mit dieser Thematik eine symbolische Tür geöffnet, haben Erinnerungen geweckt und das eine oder andere Gespräch angeregt.

SAMSUNG  … gleich geht es los.

September 21

Lesung im Kräutergarten Hagazussa am 20. September 2013

Es war schon immer ein echtes Wagnis, Lesungen an einem Freitagabend zu veranstalten! Warum? Die Woche ist um. Man möchte in das wohlverdiente Wochenende gleiten, man will die Beine unter den heimischen Tisch stecken, sich ein Bier oder einen Wein einschenken, die Chipstüte aufreißen, lustvoll hineingreifen und sich sinnfrei durch 150 Fernsehkanäle zappen. Man möchte die vergangenen 40 Arbeitsstunden vergessen machen, mit Schnitzelfett beschmierten Fingern und schläfrigen Augen dem Partner bei seinen Erzählungen zunicken, ein zweckungebundenes, jedoch zustimmendes Brummen ertönen lassen und gelegentlich, als Zeichen der Bejahung den Kopf leicht nach vorne kippen. Keiner der Anwesenden vermag in diesem Zusammenhang erkennen, ob man tatsächlich seinem Gesprächspartner zustimmenden Beifall pflichtet, ein Verständnis bekundet oder nicht doch etwa nur eingeschlafen ist.

Was also hat die Gäste des Kräutergarten Hagazussa dazu bewegt, die scheinbaren Selbstverständlichkeiten, die den deutschen Freitag abendlich ausmachen, eben nicht zu zelebrieren und sich somit vom Durchschnittsdeutschen deutlich zu unterscheiden? Es war und ist eine gewisse Affinität zur Literatur. Es war der Wunsch, sich auf zwei für sich selbst bis dahin unbekannte Autoren einzulassen, um ihnen so dann und wann auch einmal mit geschlossenen Augen zu lauschen, sich auf deren phantastische Pfade zu begeben, auf deren literarische Ergüsse zu hören und sich auf deren Schreib- und Lesart einzulassen. Wie eingangs bereits erwähnt – ein Wagnis.

Gemeinsam mit Jana Heidler gestaltete ich in Lugau einen ohrenscheinlich märchenhaften, phantastischen, mitunter heiteren, die Kindheit reflektierenden und in wenigen Momenten die Seele anrührenden, vielleicht etwas nachdenklich Abend, der nicht zuletzt, ganz offensichtlich durch die kulinarische Produktivität der Veranstalterin einen geschmackvollen Höhepunkt der Woche dargestellt haben dürfte. Man verzeihe mir meine langen, verschachtelten Sätze – ich kann nicht anders!

War der Abend gelungen? Durchaus!

Ist diese Antwort nicht zu kurz? Es ist möglich, dass Anwesende weitere Worte finden, dass Zeugen des Abends zu weiteren, fortführenden Beschreibungen neigen werden, dass sie von den Lesenden berichten, ihre Worte wiedergeben möchten und unter Anteilnahme Nichtangewesender versuchen, einen Augenblick innerer Ausgeglichenheit darzustellen, der nur dem Gast im Tipi erschlossen bleibt.

Unser ausdrücklicher Dank geht an Nancy Lorenz. Mille Grazie. Wir kommen gerne wieder.