Juni 14

Krankemann meets Morgenstern – Premiere im Mehrgenerationenhaus

Es ist in der Tat schwierig zu erklären, was da zu hören gewesen ist. Christian Morgenstern, der mehr oder weniger bekannt für seine komische Lyrik ist, begleitete mich beim Vortragen meiner Texte, bzw., war gewissermaßen Lückenfüller. Quasi in meinen Redepausen waren einige Stücke seines Schaffen von Konserve zu hören, wie z.B. Der Seufzer oder auch Der Gaul. Die Be- und Verarbeitung von Morgensterns wortwitzigen Zeilen oblag einem Chemnitzer Künstler.

Es ist stets ein etwas waghalsiges Unternehmen, solche Art “schwerer Kost” einem Publikum anzubieten, jedoch war die Resonanz durchweg positiv. Dies bestätigte sich abschließend im persönlichen Gespräch. Kunst liegt stets im Auge des Betrachters oder wie in diesem Fall … im Ohr des Hörers. Das Feedback bestärkte. So wird wohl dieses neue Programm in das serienmäßige Repertoire aufgenommen. Mein Dank gilt (wieder einmal) dem Mehrgenerationenhaus in Kappel.

Juni 3

Hochwasser

Natürlich, werden einige sagen, natürlich findet man einen Schuldigen für diese Wetterlage und auch für dieses Hochwasser. Diese Frage wird doch auf allen Kanälen des Rundfunks beantwortet. Es sind die anderen, die Schuld haben. Es sind immer die anderen; das Land, der Bund, der Bürgermeister, der Wetterfrosch, mein Nachbar … Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? Keine Ahnung!

Der Falkeplatz an der Deutschen Bank                           Die Chemnitz in Höhe Uferstrand

In Frankenberg werden Helfer gesucht, die Sandsäcke befüllen. In Chemnitz-Harthau wird ein Altenheim evakuiert – was für eine (wirkliche) Katastrophe. Die ersten Hochwassertouristen zerstören Wehre aus Sandsäcken, weil sie darauf steigen, um besser zu fotografieren. Mir fällt kein Wort ein, das schlecht genug und dafür geeignet wäre. Vielleicht kann jemand diese Leute fotografieren, um sie bei Facebook einzustellen!

Die Bundeswehr wird nun herangezogen, um die Häuser und Wohnungen vom Schlamm zu befreien. Ok, vielleicht mal eine wirklich gute Sache, die von einer Armee ausgeht.

Wir haben uns gestern mal die Chemnitzer Innenstadt angesehen. Was hofft man eigentlich bei diesen Bildern? Es würde tatsächlich die Sache erleichtern, wenn wir jemanden dafür teeren und federn könnte. Aber den wird es wohl nicht geben. Und letztendlich haben wir sicherlich alle einen Anteil daran. Oder war es der Schmetterling in Australien? Was wird sich nun ändern? Stellen wir diese Frage den Leuten in Grimma oder Oederan oder Burkhardtsdorf! Sie haben in den vergangenen Jahren ausreichend Erfahrungen gesammelt, ausreichend schlechte Erfahrungen. Was wird sich ändern? – frage ich! SIE werden uns die Frage beantworten, was sich zwischen zwei alles vernichtenden Hochwassern getan hat.

Ach ja, wir haben ja Wahlen. Sicherlich wird alles gut. Und sollte der Sommer recht heiß werden, dann gibt es ja wieder einen Grund, um sich ausführlich zu beklagen.